Kapitel 11 - Die Aufklärung, Teil 5: Kants Erkenntnistheorie

24.02.10, 14:32:16 von philosophie
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Immanuel Kant
1724 bis 1804

Einer der wichtigesten deutschen Aufklärer, der wahrscheinlich wichtigste deutsche Philosoph war der Philosoph Immanuel Kant. Kant wuchs in einfachen Verhältnissen auf und war das vierte von elf Kindern einer Handwerkerfamilie. Kant besuchte Gymnasium und Universität in Königsberg, studiert Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. Er strebte eine akademische Karriere an, musste sich aber jahrelang als Hauslehrer durchschlagen. Er führt unspektakuläres und Leben und verlässt Königsberg nie. Er unterwirft sein Leben den Maximen seiner Vernunft, gestaltet es vollkommen regelmäßig und versagt sich alles, von dem er annimmt, dass es ihn schädigen könnte. Kant stirbt als Achtzigjähriger 1804 in Königsberg.
Kants Hauptwerk, Die Kritik der reinen Vernunft, gilt als eines der schwierigsten Bücher der philosophischen Literatur, obwohl Kant sich hier einfache Fragen stellt:
• Was leistet die Vernunft für die menschliche Erkenntnis?
• Wie sind die Grenzen der Vernunft zu ziehen?
• Was leistet sie für die Beantwortung der alten metaphysischen Fragen (Freiheit des Menschen, Unsterblichkeit der Seele, Existenz Gottes)?
Ein Hauptanligen seines Denkens war es, die Stömungen des Rationalismus und des Empirismus zu versöhnen.
Kants Kritik lautete: „Theorie ohne Empirie ist leer, Empirie ohne Theorie ist blind“. Die Sinneseindrücke, Wahrnehmungen oder Erfahrungen werden durch den Verstand geordnet.
Voraussetzung aller Erfahrung sind nach Kant erst einmal die

Anschauungsformen, - die transzendenten Formen - wie
 Raum,
 Zeit,
 Ursache und
 Wirkung,

Sie gehen der Erfahrung voraus, sie sind von vornherein da – also a priori gültig.
Dann ordnet der Verstand die Wahrnehmungen nach bestimmten Kategorien, die ebenfalls a priori gültig sind.

Diese Kategorien sind nach Kant
 Qualität,
 Quantität (was ich von ihrer Anzahl sagen kann: Einheit, Vielfalt)
 Relation (ihre möglichen Beziehungen zu anderen)
 Modalität ( wie etwas ist - möglich, zufällig, notwendig...)

Entscheidend war die Frage, wie abtrakte Begriffe wie Raum, Zeit, Ausdehnung und Substanz zustandekommen. Die Empiristen hatten die Meinung vertreten, dass der Mensch an den Dingen der Realität nach und nach lerne, den Begriff "Raum" zu abstrahieren.

Kant verneinte dies und vertrat die gegenteilige Ansicht: Die Begriffe "Raum" oder "Zeit" müssen bereits vorhanden sein, um Raum-Erfahrungen oder Zeit-Erfahrungen machen zu können.
Damit kehrte er die Vorstelllungen seiner zeit völlig um und leitete etwas ein, das er die "kopernikanische Wende in der Philosphie" nannte.
Die Hauptaussauge seiner Philosphie lautet:
Die Erkenntnis richtet sich nicht nach dem Gegenstand, sondern der Gegenstand nach der Erkenntnis.

Die Kategorien und Anschauungsformen, also die Voraussetzungen des Verstandes, die aller Erfahrung voraus gehen müssen, die von der Erfahrung unabhängig sind, sind also a priori.
Was aber erst aus der Erfahrung gewonnen werden kann, nannte er a posteriori.

Er geht von vier verschiedenen Urteilsformen aus:

1. A priori – vor der Erfahrung, „von vornherein“, gedacht
2. A posteriori – „im Nachhinein“, werden aus der Erfahrung gewonnen, z.B. was Größer oder Kleiner ist, lerne ich aus der Erfahrung
Diese sind Begriffe der Erkenntnistheorie
3. analytisch ( Wahrheit wird aus der Analyse des Begriffs abgeleitet) :
Beispiele :der Kreis ist rund, Junggesellen sind unverheiratete Männer, die Summe der Innenwinkel eines Dreicks ist immer 180°, für ein rechtwinkeliges Dreieck gilt : c² = a² + b²
4. synthetisch (zusammensetzen, zergliedern) : nicht-analytische Aussagen : « Heute ist das Wetter schön. »

Kant scher Kasten
KantscherKasten.JPG



Eine der Hauptfragen nach Kant ist die Frage, ob es synthetische Aussagen a priori gibt.

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Alle Kommentare RSS

  1. Felix sagt:
    Der Text sollte wirklich langsamer und deutlicher gesprochen werden. Aber sonstgut.
  2. Tom sagt:
    Text sehr gut,Audio....so naja

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