Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 9: Humes Religionsphilosophie

16.04.09, 20:18:11 von philosophie
Hume war sicherlich kein guter Christ, aber auch kein richtiger Atheist, er war Agnostiker.
Ein Agnostiker ist ein Mensch, der meint, es sei möglich, dass Gott existiert, auf jeden Fall kann man aber sinnvollerweise nichts über ihn und seine Eigenschaften aussagen.
Hume wandte sich zeitlebens gegen den religiösen Eifer seiner Zeit, seine religionskritischen Hauptwerke waren „Natural History of Religion“ und seine „Dialogues concerning natural religion“. Letztere wagte er aus Angst vor Kritik von christlicher Seite erst nach seinem Tode zu veröffentlichen.

Hume will in seiner Religionsphilosophie zeigen, dass der Anspruch der Religionen, dem Menschen eine Überwelt zu vermitteln, eine reine Illusion ist.

Die Wurzel der Religion ist Furcht und Angst, letztlich die Furcht vor dem Tod. Hume kritisiert auch den in seiner Zeit unter den Aufklärern weit verbreiteten so genannten „Deis-mus“: Der Deismus besagt: Die Glaubenssätze der Offenbarungsreligionen, der einzelnen Konfessionen (katholisch, protestantisch…) spielen eigentlich keine Rolle, dennoch weist die Harmonie, die wunderbare Vielfalt unserer Welt auf eine gütigen Schöpfergott hin. (Dies nennt man auch den Kosmologischen Gottesbeweis).

Jedoch kritisiert Hume diese Analogie:
1. Man schließt hier von der Welt auf Gott, also von der Wirkung auf die Ursache. Wie Hume gezeigt hat, ist aber Kausalität eine Frage der Gewohnheit und nicht der Vernunft. Deshalb ergibt das deistische Argument nur Sinn, vor dem Hintergrund vie-ler derartiger Erfahrungen. Unsere Welt ist aber einzigartig, wir kennen keine andere. Deshalb ist dieser „kosmologische Gottesbeweis“ ungültig.
2. In unserer Welt gibt es Gutes und Böses. Weist das drauf hin, dass auch Gott manch-mal gut und manchmal böse ist?
3. Eigentlich arbeiten bei großen Unternehmungen viele Menschen zusammen (z.B. Schiffsbau etc.), wäre da nicht nahe liegend, dass auch diese Welt von „vielen“ ge-schaffen wurde?

Besonders relevant ist die Frage, warum es angesichts eines gütigen Gottes das Böse gibt: Das Theodizeeproblem
Warum gibt es Leid? Vor allem: Warum gibt es so viel sinnloses Leid, das niemandem nützt, ja den Menschen noch verzweifelter macht? Hätte nicht Gott durch einfachste Vorgän-ge und das auch noch völlig unbemerkt viel Leid verhindern können? Warum ist der Mensch ein derartiges Mängelwesen, dass er gerade so viel von der Natur mitbekommen hat, dass er nicht untergeht? Warum hat Gott uns nicht mehr Ausstattung gegeben, um gegen das Leid, gegen die Sünde, wenn man so will gegen die Versuchung gewappnet zu sein?

Zusammenfassung von Humes Philosophie

1. Hume akzeptiert nur das als Wahrheit, worüber er sichere Sinneserfahrungen hatte.
2. Er lehnt die Notwendigkeit von Naturgesetzen ab. Die Erwartung, dass ein Ereignis zeitlich auf das andere folgt, liegt in unserem Bewusstsein – die Gewohnheit sagt es uns.
3. Hume sagt, nicht die Vernunft bestimmt letztlich was wir tun sollen, sondern unsere Gefühle.
4. Hume war kein Christ, auch kein Atheist, er war Agnostiker. Es mag Gott zwar ge-ben, doch für uns Menschen ist er unerkennbar.

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  1. Huseyn sagt:
    Logically complete cosmological concept. /due to lack of knowledge of the English language was not able to correct the translation Implemented by Google/

    In order to present the unlimited space originally:
    1. homogeneous - enough to postulate the presence in it of two elements with Simple and Complex /closed systematically/
    2. heterogeneous - enough to postulate the presence in it of one more element - the Most High and Almighty God - with open systematically.
    It is easy to assume that even at the lowest possible deployment of the intangible component of the essence of God - the Spirit of God - for the level of the original downwardly directed the permanent deployment of the material component of the essence of God, there is a curtailment of Simple and Complex /i.e.. It is their decay due to blocking of origin upwardly directed constantly deploy intangible components of the entity / as much as possible heterogeneous to God's essence minimum possible number of cell uniformity (1H), and God on the basis of the material components of the 1H deploys the minimum possible heterogeneous to its essence as possible numerically elemental homogeneity (2H). Coagulation process will begin in 2H known God start time since the completion of its deployment. curtailment of the Spirit of God to the level of initial deployment again unfolds 1H - God potential for transformation 1H into 2H and 1H into 2H limitless!

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