Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 6: John Locke

18.03.09, 15:58:46 von philosophie
John Locke
(1632-1704)
Erfahrung ist der Ursprung der Erkenntnis
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Lockes Gedanken zum Empirismus waren prägend für die modernen Naturwissenschaften. Seine politischen Schriften beeinflussten die amerikanische und die französische Revolution und wirken bis heute nach.
In seinem erkenntnistheoretischen Hauptwerk "An Essay concerning human understanding" postulierte Locke:
"Alle Erkenntnis stammt aus der Erfahrung".
Dies nennt man auch Erfahrung "a posteriori" ("was nachher kommt").

Locke lehnte damit die Position der Rationalisten wie z.B. Descartes ab, die meinten, es müsse zuerst der Verstand tätig werden, bevor man Sinneserfahrungen machen könne.

Locke vergleicht also die menschliche Seele mit einer Tabula rasa, mit einer leeren Tafel, die erst durch die sinnliche Wahrnehmung, durch die Erfahrung beschrieben wird.
Erst später setzen unsere Empfindungen ein, wir riechen, schmecken, fühlen, hören. So entstehen einfache Sinnesideen. Durch Nachdenken, Überlegen entstehen dann die Reflexionsideen, d.h. unser Bewusstsein ordnet und bearbeitet alle hereinströmenden Sinneseindrücke.
Nach und nach füllt sie sich mit Sinneseindrücken. Erst in einem zweiten Schritt ist der Mensch dann fähig seinen Verstand zu benützen, und kann sich auch z.B. Dinge vorstellen, die in der Erfahrung gar nicht vorkommen. (So kann man aus den Erfahrungsinhalten "Pferd" und "Flügel" zumindest in der Vorstellung ein "geflügeltes Pferd" bilden).

Die Erfahrung hat zwei Quellen:

1.Die äußere Sinneswahrnehmung – dies nennt er sensation!
a.) die primären Qualitäten – die äußeren Dinge, wie Ausdehnung, Gestalt,
Dichte, Zahl etc. also Dinge, über die sich alle einig sind
– eine runde Orange kann nicht rechteckig sein
b.) und die sekundären, subjektiven Qualitäten, wie Farbe, Geruch,
Geschmack – sie können von Mensch zu Mensch variieren
- einer empfindet eine Orange als süß, ein anderer als sauer

2. Die innere Selbstwahrnehmung – dies nennt er reflection.
Duch Nachdenken, Überlegen entstehen Reflexionsideen, d.h. unser Bewusstsein verarbeitet alle hereinströmenden Sinneseindrücke

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