Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 5: Francis Bacon

18.03.09, 15:44:31 von philosophie
Empirismus
Die dem Rationalismus entgegengesetzte Denkströmung war der Empirismus.
"Empirie" bedeutet Erfahrung; Der Empirist ist der Überzeugung: Wissen können wir nur etwas, wenn uns unsere Sinne darüber Auskunft geben.

Francis Bacon (1561-1626)
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Einer der ersten Empiristen war der englische Jurist und Staatsmann. Francis Bacon, der es als Philosoph weit brachte, immerhin stieg er bis zum Rang des englischen Lordkanzlers auf.
Bacon beschäftigte sich mit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Er meinte, die Erkenntnis des Menschen sei wie ein "unebener Spiegel": Wir können mit unseren Sinnen die Welt erkennen, dennoch können wir dabei nie völlig objektiv sein. Wir sollen – so fordert er – sein wie die Kinder, unvoreingenommen, vorurteilslos und noch ohne vorgefertigten Theorien in unserem Kopf. In seinem Werk "Novum Organon" (benannt nach dem Buch "Organon" des Aristoteles) forderte eine neue Art der Erkenntnisgewinnung, wobei man immer vom Einzelnen auf das Allgemeine schließt und somit zu allgemein gültigen Aussagen, zu Naturgesetzen gelangt. (Dies nennt man auch "Induktionsschluss")
Bacon gilt als einer der geistigen Wegbereiter der modernen Naturwissenschaften.
Er prägte auch den berühmten Satz "Wissen ist Macht". Als einer der ersten erkannte er jedoch auch das Problem des Empirismus, dass wir die Welt nie ganz unvoreingenommen betrachten können, wir bringen unseren meschlichen Erkenntnisapparat immer schon mit, wie später Immanuel Kant behaupten sollte.

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