Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 4: Gottfried Wilhelm Leibniz

18.03.09, 15:34:09 von philosophie
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1714)
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Leibniz war ein Wunderkind, ein « Mozart der Mathematik », Historiker, Geologie, Ökonom, Diplomat, Philosoph und wie gesagt Mathematiker. Als letzterer erfand er gleichzeitig mit Isaac Newton zum Beispiel die Integral- und Differenzialrechnung. Leibniz gilt als letzter Universalgelehrter und als wichtigster Philosoph seines Zeitalters.
In philosophischer Hinsicht wurde Leibniz berühmt für seine so genannte "Monadenlehre". Monaden sind kleinste Bausteine, aus denen alles besteht: Sie sind "spirituelle" unzerlegbare, ewige und einzigartige Atome. Sie sind u.a. für die Wechselwirkung von Geist und Materie verantwortlich, ein Problem das bei Descartes ungelöst geblieben war.
Ebenfalls von großer Wirkung war seine Antwort auf das Problem der Theodizee, der Frage, wie man einen gütigen Gott rechtfertigen kann angesichts des Bösen und der Übel auf der Welt. Leibniz' Antwort ist im wesentlichen die, dass, wenn Gott gut ist, auch seine Schopfung prinzipell gut ist. Alle natürlichen Übel (Krankheit, Schmerzen, Naturkatastrophen...) haben ihre Ursache in der Endlichkeit der Welt. Dennoch sei unsere die "bestmögliche aller Welten". Die moralischen Übel (Lüge, Diebstahl, Mord...) seien ein notwendiger Begleiteffekt der Willensfreiheit des Menschen. Ohne Willensfreiheit aber sei die Welt unvollkommener als mit Willensfreiheit. Insgesamt seien die Übel – verglichen mit dem, was es Gutes gibt, ein « Fast-Nichts ». Kritisiert wurde Leibniz beipielsweise vom Aufklärungsphilosophen Voltaire in dessen bissig-satirischen Buch « Candide ». Wenn auf dieser Welt ohnehin alles zum Besten steht, wenn es eigentlich fast keine Übel gibt, fragt Voltaire, warum brauchen wir dann eigentlich einen Erlöser, wie das Christentum meint ?

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