Kapitel 7 - Philosophie des Mittelalters, Teil 3: Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham

18.03.09, 13:23:44 von philosophie
Hl. Thomas von Aquin (1225-1274).
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-Thomas war Dominikanermönch, verbrachte sein Studium unter anderem in Paris, wo er später auch lehrte. Er wurde aufgrund seiner Verdienste in der Theologie auch „Doctor angelicus“ genannt.
- Sein Hauptwerk war eine Schrift namens„Summa theologiae“ Thomas war Schüler des Albertus Magnus.
- Schon dieser hatte an Aristoteles und seine Naturlehre und Ursachenlehre angeknüft und versucht, aristotelische Gedanken mit dem Christentum zu verbinden.
- Hauptthema seiner Philosophie ist: Es gibt Glaube und Wissen. Gott hat dem Menschen die Vernunft gegeben. Einige Offenbarungswahrheiten können nicht erkannt werden, aber man kann sie auch nicht als unvernünftig widerlegen. Wissenschaft (Philosophie) und Theologie, Vernunft und Glaube ergänzen einander.
- Der Mensch hat grundsätzlich einen freien Willen. Nur der Mensch ist wie ein Engel ein Vernunftwesen, nur er hat eine unsterbliche Seele. Deren Auferstehung kann aber nicht philosophisch, sondern nur theologisch erwiesen werden.
- Das Böse (malum) ist selbst nicht, es ist nur eine Abwesenheit des Guten (privatio boni) – die so genannte Privationslehre des Bösen.
- Auf jeden Fall hat die Religion (fides) „im Zweifelsfall“ vorrang vor der Wissenschaft (philosophia)
- Die 5 Gottesbeweise des Thomas („Quinquae viae“)
o Alles ist in Bewegung, es muss einen ersten Beweger gegeben haben: Gott, der „Unbewegte Beweger“ (direkt von Aristoteles übernommen)
o Alles hat eine Ursache, Gott ist die erste Ursache. (prima causa)
o Vieles geschieht zufallig, ohne dass wir eine Gesetzmaßigkeit erkennen können. Es gibt bei der Beobachtung von Zufall auch eine Notwendigkeit. Die letzte Notwendigkeit / Gesetzmaßigkeit ist Gott.
o Die Welt ist hierarchisch nach Stufen der Vollkommenheit aufgebaut. Gott ist die höchste Stufe.
o Alles wirkt auf ein Ziel hin, Gott ist dieses letzte Ziel. (Ursachenlehre des Aristoteles!)

- Wahrheit ist Übereinstimmund der Dinge und des Verstandes (adaequatio rei et intellectu
- Unterschied zu Aristoteles: dieser sah die Materie als ewig an. Thomas vertritt jedoch die Auffassung, dass sie von Gott in der Zeit erschaffen wurde.


Wilhelm von Ockham (1285-1347)

Wilhelm von Ockham übte starke Kritik an der Scholastik, an Thomas von Aquin, und auch am Papst
• Wilhelm entwickelte eine Idee, die später auch „Ockhams Rasiermesser“ genannt wurde: Nach diesem darf man die Grundaussagen einer Theorie nicht beliebig vermehren. Auch hier kommt eine scharfe Trennung zwischen Glaube und Wissen(schaft) zutage.
• Wilhelm meinte: Gott ist vernunftmäßig nicht verstehbar, es bleibt dem Menschen nur der reine Glaube.
Wilhelm von Ockham war die Vorlage für die Figur des William von Baskerville aus Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“

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