Kapitel 5 - Ausbreitung der griechischen Philosophie, Teil 4: Epikureer und Neuplatoniker

22.12.08, 17:35:14 von philosophie
Die Epikureer
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Epikur

Es wird erzählt, die Schüler des Epikur (342-271 v. Chr.) hätten in einem Garten gelebt, weshalb sie auch die „Gartenphilosophen“ genannt werden. Über dem Eingang zu diesem Garten hing ein Schild mit der Inschrift: »Fremder, hier ist gut leben. Hier ist die Freude das höchste Gut.“
Wichtigstes Motto der Epikureer war:“ Lebe im Augenblick.“ („Carpe diem!“)
Sie waren wichtige Vertreter des Eudämonismus: Der Mensch soll nach Glück streben, aber nicht im höchsten Genuss liegt das Glück, sondern in der Enthaltsamkeit, in der Selbstbeherrschung, Mäßigung und Ruhe. Die Begierde muss zeitweilig gezügelt werden.
„Um ein gutes Leben zu führen ist es wichtig, sich nicht fortwährend vor dem Tod zu ängstigen.“, sagt Epikur „Der Tod betrifft uns nicht, solange wir da sind, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr!“
Epikur verehrte zwar die Götter, vertrat aber dennoch einen Materialismus, die Materie ist der grundlegende Stoff. Nach dem Tod zerfällt der Mensch ins Nichts.
Im Gegensatz zu den Stoikern interessieren sie sich nur wenig für Politik und Gesellschaft. Epikurs Philosophie wurde später von den Römern übernommen.
Die Neuplatoniker

Plotin war stark von Platons Ideenlehre inspiriert. Sein Hauptwerk: Die Enneaden Plotin (205-217 n. Chr.) sah die Welt als eine Brücke zwischen zwei Welten. Am einen Ende steht das göttliche Licht, das er das Eine, oder auch Gott nennt, am anderen Ende herrscht die absolute Finsternis, die keinen Lichtstrahl vom Einen empfängt. Das heißt also das einzige das existiert ist Gott, oder das Eine. Die Welt entfaltet sich aus dem Einen ( dem Ur-Einen) und geht wieder dahin zurück. Gott ist die „Überfülle“, die aus ihm ausfließt und so die Welt erzeugt. Im Abkühlen enstehen in absteigender „Qualität“ die Engel, die menschliche Seele, Tiere, Pflanzen und als „erkaltete Schlacke“ zuletzt die unbelebte Materie. Viele dieser Ideen finden sich im Christentum wieder.

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