Kapitel 4 - Erkenntnistheorie, Teil 5: Rationalismus

22.12.08, 17:11:05 von philosophie
Rationalismus
Er ist anfangs vielleicht etwas weniger einleuchtend als der Empirismus, ist aber eigentlich die ältere Position. Vertreten wurden rationalistische Positionen von Descartes, Spinoza, Leibniz und Kant.
Ebenso wie der Empirismus möchte der Rationalismus den unendlichen Regress des Skeptikers an einer Stelle abbrechen.
Der Rationalist meint, dass im Erkenntnisprozess die Vernunft die wichtigste Rolle spielt, dass manche Wahrheiten des Verstandes nicht weiter hinterfragt werden können. Diese ersten Wahrheiten sind auf eine bestimmte Weise wie man in der Philosophie sagt, 'selbst-evident'. Jeder, der diese Aussagen versteht, muss erkennen, dass sie wahr sind.
Einige Beispiele:
Entweder die Sonne scheint oder sie scheint nicht.
Ein Junggeselle ist ein unverheirateter Mann.
2+3=5
Alles, was existiert, existiert in Raum und Zeit.
Die Summe der Innenwinkel eines Dreiecks beträgt immer 180°.

Letzterer Satz ist so zu verstehen:
Es ist nicht notwendig (wie der Empirist behauptet), die Sinne zu Hilfe zu nehmen und jedes Dreieck darauf zu überprüfen, ob die Summe der Innenwinkel 180° beträgt. Würden wir z.B. ein Dreieck mit 190° vorliegen haben, würden wir sagen, wir hätten falsch gemessen.
Der Rationalist meint, es gibt unveränderliche, ewige, 'selbst-evidente' Wahrheiten, wie beispielsweise den vorletzten Satz: Alles was existiert, existiert in Raum und Zeit. Oder kann sich jemand ein Ding vorstellen, das keine räumliche oder zeitliche Ausdehnung hat?

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