Kapitel 3: Klassische Griechische Philosophie, Teil 2: Platons Ideenlehre

20.10.08, 18:04:06 von philosophie
PLATON (427-347 v. Chr.))

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Platon hieß eigentlich Aristokles (der Name Platon wurde ihm wegen seiner breiten Stirn gegeben ;platos bedeutet breit). Platon stammte aus adeliger Familie. Er war 29 Jahre alt und schon lange sein Schüler, als sein Lehrer Sokrates den Schierlingsbecher leeren musste. Dies machte ihn sehr betroffen und er begann sich intensiv damit auseinanderzusetzen, warum der Staat (also Griechenland) so versagen konnte, dass man den weisensten Mann in den Tod schickte.
Seine erste Handlung als Philosoph war die Veröffentlichung von Sokrates Verteidigungsrede („Apologie des Sokrates“), er schrieb auch Briefe und etwa 35 philosophische Dialoge, z.B. Protagoras, Gorgias, Phaidon, Phaidros, Politeia (Der Staat) und Nomoi (Die Gesetze).

Die Akademie

Platon eröffnete in Athen seine eigene philosophische Schule in einem kleinen Garten oder Park, der den Namen des griechischen Sagenhelden „Akademos“ trug. Seine Schule erhielt deshalb den Namen Akademie. Sie war der Prototyp aller Universitäten und blieb bis zum Jahr 529 nach Chr. bestehen. (der „Star“ unter den Schülern war Aristoteles, er studierte 20 Jahre lang an der Akademie).

Platons Ideenlehre

Platon sieht die Wirklichkeit zweigeteilt:
• Ein Teil ist die Sinnenwelt, die Welt des Sichtbaren
• Der andere Teil ist die Ideenwelt, die wir nur verstehen können, wenn wir unsere Vernunft gebrauchen.

Platon hat sich darüber gewundert, warum sich alle Phänomene in der Natur so ähnlich sein können.
Er schließt daraus, dass es hinter allem, was wir um uns herum sehen, eine begrenzte Anzahl von Formen gibt, die ewig und unveränderlich sind.
Diese Formen nannte er I D E E N.

Hier ein Versuch, wie man Platons Ideenlehre besser verstehen könnte:
„Angenommen es gibt jemanden, der noch nie in seinem Leben eine Bäckerei gesehen hat. In dieser Bäckerei liegen 50 genau gleiche Lebkuchenmänner auf einem Tablett.
Wieso können alle ganz gleich sein? Einem fehlt zwar vielleicht ein Arm oder ein Bein, aber im Grunde genommen müssen alle einen gemeinsamen Nenner, einen gemeinsamen Ursprung haben - eine ewige, unveränderliche Form; eben die I D E E . Diese Form muss vollkommener sein, als ihre gebrechlichen Kopien.“
Das heißt also:
ALLES LEBENDIGE, ja alles EXISTIERENDE IST NUR EINE UNVOLLKOMMENE KOPIE, NUR EIN SCHATTENBILD DER EWIGEN FORMEN IN DER WELT DER IDEEN.
Platon erzählt ein Gleichnis, das diese Theorie untermauert, das so genannte „Höhlengleichnis“


Das Höhlengleichnis

Platon vergleicht in seinem Werk „Der Staat“ (Politeia) ungebildete Menschen mit Gefangenen in einer Höhle. Seit ihrer Kindheit sind die Gefangenen gezwungen an die Wand vor ihnen zu starren. Hinter ihnen leuchtet von weiter oben ein Feuer. Zwischen den Gefesselten und dem Feuer verläuft oben ein Weg. Schattenspieler tragen künstliche Gegenstände vorbei, die sie über eine längs des Weges verlaufende Mauer halten. Die Gefesselten halten die Schattenspiel auf der Projektionswand und das Echo der Stimmen, das von dort zu hören ist, für die Realität. Angenommen einer der Gefangenen kann sich aus der Höhle befreien: -
Er würde zum ersten Mal Farben und scharfe Konturen sehen – er würde Tiere und Blumen sehen und nicht nur deren Schattenbilder in der Höhle. Deshalb geht er in die Höhle zurück, um den anderen Höhlenbewohnern klarzumachen, dass sie bis jetzt immer nur Schattenbilder der Wirklichkeit gesehen haben. Aber niemand glaubt ihm und am Ende würden sie ihn wahrscheinlich steinigen.

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