Kapitel 3: Klassische Griechische Philosophie, Teil 1: Sokrates

20.10.08, 17:39:10 von philosophie
Die klassische Periode der griechischen Philosophie
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SOKRATES (470-399 v. Chr.)

Anfangs dachte man Sokrates sei ein Sophist, tatsächlich aber war er ihr erbittertster Gegner. Selbst hat keine einzige Zeile geschrieben. Er stammte aus Athen. Schäbig gekleidet, immer barfuss, körperlich zäh und wegen Tapferkeit im Krieg mehrfach ausgezeichnet verbrachte er seine Tage am liebsten auf dem Marktplatz und führte Streitgespräche.
(Was er dabei betrieb nennt man auch Maieneutik = Hebammenkunst : Das eigentliche Wissen ist nach dieser Auffassung im Menschen schon immer vorhanden, muss aber durch einen Lehrer durch geschickte Fragen aktiviert werden)
Seine Frau war Xanthippe – die Streitsüchtige, (da Sokrates nur immer philosophiert hat, konnte er nichts dazu beitragen, um die Familie zu ernähren)
Das Leben von Sokrates kennen wir vor allem durch Platon. Er verfasste fast alle seine Schriften in Dialogen, wobei Sokrates oft als Dialogpartner auftritt.

Sokrates war ein Zeitgenosse der Sophisten, betrachtete sich selbst aber nicht als Sophist, als gelehrte oder weise Person, ließ sich auch für seine Lehrtätigkeit nicht bezahlen. Er selbst bezeichnete sich als Philosoph. Ein Philosoph weiß genau, dass er sehr wenig weiß. Sokrates selbst sagte:
'Ich weiß, dass ich nichts weiß': Diese Einstellung nennt man auch Skeptizismus (siehe Kapitel Erkenntnistheorie)

Im Zentrum der Philosophie des Sokrates steht die Frage nach dem Guten und der Tugend
'der Mensch ist von Natur aus gut“ - wenn jemand schlecht handelt, tut er das nur aus Unwissenheit, deshalb ist es so wichtig unser Wissen zu vermehren. Alle Menschen können philosophische und moralische Wahrheiten einsehen, wenn sie nur ihre Vernunft gebrauchen
Sokrates fordert von den Menschen, dass sie Tugenden anstreben, wie Mut, Kraft und Schönheit.
Sokrates’ Hauptziel war, die Jugend zum Nachdenken zu bewegen.
Er protestierte dagegen, Menschen zum Tode zu verurteilen, weigerte sich politische Gegner zu denunzieren und wandte sich gegen Machtmissbrauch und Ungerechtigkeit. Diese Tätigkeit kostete ihm jedoch das Leben.
399 v. Chr. wurde er angeklagt, 'die Jugend zu verderben' und 'die Götter nicht anzuerkennen.' Er wurde für schuldig befunden und leerte in Anwesenheit seiner engsten Freunde einen Becher mit Gift, den Schierlingsbecher.

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