Kapitel 11 - Die Aufklärung, Teil 4: Adam Smith

24.02.10, 14:11:45 von philosophie
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Adam Smith (1723 bis 1790)

Neben David Hume gibt es einen weiteren Schotten, der bedeutende Beiträge zur Philosophie der Aufklärung leistete : Adam Smith. Der aus dem schottischen Kirkaldy stammande Smith lehrte an der Universität von Glasgow, und war mit David Hume freundschaftlich verbunden. Man könnte Adam Smith mit einigem Recht als einen « schrulligen Professor » charakterisieren, denn er führte manchmal Selbstgespräche und schien oft geistesabwesend und völlig in Gedanken versunken zu sein. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, regen Anteil am geistigen Leben seiner Zeit zu nehmen und als Rektor der Universität Glasgow deren Geschäfte zu führen.
Mit seinem 1776 veröffentlichten Werk «Wealth of Nations», seinem Lebenswerk, dem er enorm viel Zeit (und einen Teil seiner körperlichen Gesundheit opferte), legte er den Grundstein für die freie Marktwirtschaft, indem er die Behauptung aufstellte, jedes Streben zum eigenen Vorteil (Egoismus) diene letztlich auch der Gesamtheit. Er lehnte die zu seiner Zeit vorherrschende Monopolwirtschaft ab und setzte sich für den Freihandel ein. Smith betrachtete den Markt als zweiten wichtigen Mechanismus neben dem Staat, da der Markt weitaus effizienter und anonymer Leistung belohnt. Der Staat hat allerdings weiterhin die wichtige Aufgabe, die Rahmenbedingungen für den Markt zu schaffen (z.B. Bau von Straßen oder Schulen). Im freien Markt würde sich Angebot und Nachfrage selbst regulieren und auf diese Weise gleichsam von einer "unsichtbaren Hand" geführt werden.
So wurde Adam Smith zum Vordenker der freien Marktwirtschaft, des wirtschaftlichen Liberalismus und des Kapitalismus, der Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft. Leider wurde Smiths Lehre absichtlich fehlinterpretiert und das ungebremste, rücksichtslose Gewinnstreben des 19. Jahrhunderts und das zeitweise nahezu völlige Außerachtlassen der Aufgaben des Staates führte zu enormen sozialen Missständen. All dies hätte der Menschenfreund Adam Smith sicher nicht gutgeheißen.

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Alle Kommentare RSS

  1. silke sagt:
    adam, ich will ein kind von dir <3

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