Kapitel 11 - Die Aufklärung, Teil 1: Was ist Aufklärung?

22.04.09, 13:59:17 von philosophie
Die Aufklärung

Unter Aufklärung versteht man die geistige, literarische, künstlerische und politische Bewegung des 18. Jahrhunderts, die darauf abzielt, allein auf dem Glauben an Autoritäten beruhende Denkweisen kritisch zu hinterfragen.

"Sapere aude" forderte der Philosoph Kant (1720-1804), "habe Mut, selbständig zu denken".

Es war auch Kant, der das Wesen der Aufklärung in dem berühmten Satz zusammenfasste: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbtverschuldeten Unmündigkeit".
Das Zeitalter der Aufklärung ersteckte sich insgesamt über einen Zeitraum von ungefähr 100 Jahren, von annähernd 1700 bis 1800.

Der zentrale Begriff der Aufklärung ist die "Vernunft".
Sie wurde als die alleinige Instanz angesehen, die über wahr und falsch entscheiden könne, nur sie allein könne die Wahrheit ans Licht bringen.
Deshalb nennt man das Zeitalter der Aufklärung mit seinem ursprünglichen Namen "siècle des Lumières" (wörtlich Zeitalter der Lichter) oder auf Englisch "Age of enlightenment".
Das Licht der Vernunft soll die Finsternis der Unwissenheit und des Aberglaubens erhellen.

frontispiz.jpgZeitgenössische allegorische Darstellung: Die Vernunft (mit Krone) lüftet des Schleier der Wahrheit. Die Theologie (mit der Bibel) ist geschwächt niedergesunken und wird von der Philosophie (mit Flamme auf dem Haupt) gestützt.

Freiheit

Ein weiterer wichtiger Begriff der Aufklärung ist der Begriff der Freiheit.
Freiheit bedeutete im Zeitalter der Aufklärung eine generelle Kritik an der Bevormundung des Menschen:
eine Kritik an der Bevormundung durch die Kirche, aber auch durch die herrschende Politik.

Die Kirche übte seit dem Mittelalter eine drückende Herrschaft im Bereich des Denkens, der öffentlichen Wertvorstellungen bis hin zur Reglementierung des Alltagslebens. Die Angst vor Sünde, dem Tod, dem Teufel und dem Höllenfeuer diente über Jahrhunderte zur Disziplinierung der Gläubigen. Jesus selbst hat immer wieder von Höllenqualen für die Ungläubigen gesprochen, auch christliche Denker wie Thomas von Aquin, der poltuliert hatte, dass sich Glauben und Vernunft nicht widersprechen, hielt daran fest.

Die Tätigkeit der Inquisition, die Gräuel der Kreuzzüge, die Glaubenskriege, Intoleranz und religiöser Fanatismus, aber auch ihre Verbundenheit der Kirche mit den herrschenden Köni-gen wurden immer heftiger kritisiert. Die Kirche galt den Aufklärern als Inbegriff und Hauptvertreterin des Aberglaubens, ihre versteinerten, intoleranten und rückständigen An-sichten wurden von immer mehr Denkern als nicht vereinbar mit der natürlichen Ethik und Vernunft des Menschen abgelehnt.

Die Kritik der Aufklärer richtete sich aber auch gegen die Bevormundung in Politik und Gesellschaft. Vor allem das französische Königshaus versuchte neue politische Ideen - vor allem die Gleichberechtigung aller Bürger - abzuwehren.

England galt als geistiger Vorreiter der Aufklärung: Aufklärerische Gedanken hatten schon Francis Bacon, Thomas Hobbes und John Locke vorweggenommen. Außerdem gab es ein Parlament, das selbständig Gesetze erließ und dem der König verpflichtet war.

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Alle Kommentare RSS

  1. Anonym sagt:
    Mir fiel ein kleiner Rechtschreibefehler auf. Bei "Die Aufklärung" Auf Zeile 13, im Abschnitt "Es war auch Kant, ..." steht "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus der selbtverschuldeten Unmündigkeit".
    Das Wort "selbtverschuldeten" ist falsch geschrieben. "selbstverschuldeten"
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