Kapitel 4 - Erkenntnistheorie, Teil 3: Empirismus

15.12.08, 12:09:27 von philosophie
Empirismus
'Empirismus' bedeutet Wissen aus Erfahrung. Der Empirist meint, an irgendeiner Stelle müsse ich eben die Aussage 'Es steht jemand vor der Tür' ganz einfach mit der Wirklichkeit vergleichen und mit meinen Sinnen nachprüfen, in diesem Falle also einfach nachschauen ob jetzt tatsächlich jemand vor der Tür steht. Die Sinnliche Erfahrung beendet den unendlichen Regress.
Empiristische Positionen vertraten z.B. Francis Bacon (1561-1626), John Locke (1632-1704) und David Hume (1708-1776).

Doch der Empirismus birgt auch Probleme:
Beispielsweise gibt es Sinnestäuschungen. Wenn wir ein Ruder ins Wasser eintauchen, erscheint es uns als gebogen. Wenn wir aber das Ruder berühren, fühlt es sich als gerade an. Frage: Welcher Erfahrung vertrauen wir mehr? Was ist 'wirklicher'?
Und der Skeptiker hat noch einen schwerwiegenderen Einwand parat: Er betrifft die Natur der Erscheinungen: Der Skeptiker bestreitet nicht, dass ich jemanden vor der Tür sehe, er bestreitet den Grad der Realität der Erscheinung. Beispielsweise könnte der Skepiker den Empiristen fragen:
'Der Honig erscheint mir als süß, das heißt, er schmeckt süß, aber IST er auch süß?'

Die Frage erscheint spitzfindig zu sein und doch ist sie berechtigt: Kann man überhaupt sinnvollerweise von Honig als 'süß' sprechen, wenn ihn gar niemand kosten würde?
Ich kann mir subjektiv sicher sein, aber ist der Honig auch unabhängig von meiner Empfindung süß?
Es gibt auch in diesem Zusammenhang folgende berühmte Frage: Macht ein Baum, wenn er im Wald umfällt, ein Geräusch, auch wenn niemand ihn hört?

Hier gibt es wiederum drei Positionen, die auf diese Frage (das so genannte 'Außenweltproblem') antworten: Der Realismus, der Kritizismus und der Idealismus.

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