Kapitel 2, Teil 5: Die Sophisten

20.10.08, 16:15:52 von philosophie
10.) SOPHISTEN - SKEPTIKER
Nach der Zerstörung Milets durch die Perser um etwa 450 v. Chr. wurde Athen zum Zentrum der Kultur und Wissenschaft. Die Demokratie mit der Volksversammlungen und Gerichten wurde eingeführt –dadurch konnten auch Nichtadlige zu politischem Einfluss gelangen. Grundlage dafür war höhere Bildung und Redegewandtheit. Beides lehrten die Sophisten. Die Hinwendung zum Menschen stand im Mittelpunkt.
Von Platon wurden die Sophisten wegen ihrer spitzfindigen, rechthaberischen Argumente scharf kritisiert, und auch weil sie die Existenz einer allgemeingültigen Wahrheit leugneten.

Der Sophist PROTAGORAS: behauptet beispielsweise
"Der Mensch ist das Maß aller Dinge, wie sie sind, d.h. wie sie ihm erscheinen, und wie sie nicht sind, d.h. wie sie ihm nicht erscheinen".
Hier kommt ein radikaler Relativismus zum Ausdruck: Alles ist relativ, es gibt keine objektive Wahrheit, alles ist ein riesiger Zweifel.

Beispiel : Sophismus des Euathlos :
Euathlos hatte sich von dem Sophisten Protagoras in der Redekunst ausbilden lasse, um Reden vor Gericht halten zu können. Vereinbart war, daß Euathlos die Hälfte des Honorars erst bezahlen würde, wenn er einen Prozeß gewonnen hat. Nach der Ausbildung führte Euathlos aber keine Prozesse, gewann also auch keinen und zahlte nicht.
Daraufhin sagte Protagoras zu ihm: "Ich werde dich auf Zahlung verklagen. Dann mußt du zahlen, egal wie das Gericht entscheidet. Gewinne ich, bezahlst du auf grund des Richterspruchs, gewinnt du, zahlst du auf grund unserer Vereinbarung."
Aber der in Sophistik ausgebildete Euathlos antwortete: "Ich werde auf gar keinen Fall zahlen. Wenn ich verliere, auf grund unserer Vereinbarung. Wenn ich gewinne auf Grund des Richterspruchs."

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