Kapitel 10 - Logik Teil 1: Was ist Logik?

21.04.09, 21:54:39 von philosophie
Logik

Unter Logik versteht man die Lehre vom folgerichtigen Denken und Schließen.
Die Logik untersucht die Richtigkeit von Aussagen unabhängig von ihrem Inhalt. Beispielsweise kann der Satz „Die Sonne scheint und sie scheint nicht“ unmöglich wahr sein, ganz egal, ob die Sonne nun scheint oder nicht.

Die Logik versucht auf rein formaler Ebene, gültige von ungültigen Argumenten zu unter-scheiden. Ein Argument besteht aus ein oder mehreren Prämissen und einer Konklusion.
Ein Argument ist dann logisch gültig, wenn es unmöglich ist, dass die Prämissen wahr und die Konklusion falsch ist.

Die Logik ist also ähnlich wie die Mathematik ein künstliches System, mit dem man die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Richtigkeit überprüfen kann. Grundsätzlich gibt es hier die Aussagenlogik und die Prädikatenlogik.
Unser Beispiel mit der Sonne in aussagenlogischer Schreibweise:

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Als „Erfinder“ der Logik gilt Aristoteles. Seine so genannten Syllogismen waren über Jahrhunderte im Lehrkanon der Philosophie. Unter Syllogismus versteht man bestimmte Aussagetypen, die immer wahr, immer falsch oder teilweise wahr oder falsch sein können.

Beispiel:
Sokrates war entweder Bauer oder Soldat.
Sokrates war kein Bauer.
Also war Sokrates ein Soldat.

In unserer Alltagssprache werden die meisten Argumente jedoch nicht so deutlich formuliert. Eine wichtige Aufgabe der Logik ist es daher, die Alltagssätze als Sätze der Logik darzustellen.

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Kapitel 9 - Wissenschaftstheorie Teil 3: Kritischer Rationalismus, Karl Popper

21.04.09, 21:40:43 von philosophie
Kritischer Rationalismus

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Der österreichisch-englische Philosoph Sir Karl Popper (1902-1994) hat ein philosophisches Modell entwickelt, das die Wissenschaft als andauernden Prozess der Verifikation und Falsifikation beschreibt. Seine Philosophie wird auch als Kritischer Rationalismus bezeichnet. Weitere Vertreter dieser Schule sind Hans Albert, Imre Lakatos und Paul Feyerabend.
Verifikation bedeutet dabei : Ein Wissenschafter stellt eine Theorie auf und sucht nach Bestätigungen für diese Theorie.
Falsifikation bedeutet : Der Wissenschafter sucht nach Beobachtungen, die die Theorie widerlegen.

Das Falsifikationsprinzip
Popper meint nun, zwischen diesen beiden liege eine Asymmetrie vor: Die Falsifikation ist "besser" da ein einziges, der Theorie widersprechendes Element genügt, um sie zu Fall zu bringen. Wenn ich die Theorie aufstelle: Alle Galaxien bewegen sich voneinander fort und ich finde eine einzige Galaxie, die sich auf die unsere zubewegt, ist die Theorie widerlegt oder falsifiziert.

Versuch und Irrtum
Popper versucht weiters zu zeigen, dass Erkenntnisfortschritt immer durch die Methode von Versuch und Irrtum geschieht (auch « trial and error-learning » genannt). Es wird eine Theorie erprobt, und wenn sie nicht besteht, wird sie verworfen. Dabei geht Popper davon aus, dass auch die Vernunft grundsätzlich immer fehlbar ist und jede Erkenntnis nur hypothetischen, vorläufigen Charakter hat.

Kritik an diktatorischen Systemen
Ausgehend von seinem Modell übte Popper nicht nur Kritik am Wissenschaftsverständnis seiner Zeit, sondern auch an totalitären politischen Ideen (u.a.) von Platon und Marx.
Schrittweise Gesellschaftsveränderung
Den diktatorischen philosophischen Systemen stellt er entgegen die Forderung nach einer schrittweisen Gesellschaftsveränderung. Wenn wir uns den Staat vorstellen als ein Boot müssen wir sozusagen das Boot auf offener See umbauen.

Die offene Gesellschaft
« Die offene Gesellschaft und ihre Feinde » heißt Poppers Hauptwerk, das er während des Zweiten Weltkrieges im Exil in Neuseeland verfasste. Darin erläutert Popper das Ideal der offenen Gesellschaft, die Veränderungen offen gegenübersteht und jederzeit bereit ist, überkommene Vorstellungen gegenüber besseren wissenschaftlichen und politischen Ideen, aufzugeben. Mit anderen Worten: Nur eine Demokratie, die sich permanent verändert, bleibt stabil.

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Kapitel 9 - Wissenschaftstheorie Teil 2: Merkmale guter Theorien

21.04.09, 21:29:06 von philosophie
Merkmale guter Theorien

Wie müssen nun gute Theorien aussehen? Sie müssen folgende Kriterien aufweisen:

1. Widerspruchsfreiheit:
Die allgemeinen Regeln der Logik müssen beachtet werden: Kein Widerspruch, kein Zirkelschluss darf auftreten.

2. Verträglichkeit:
Eine brauchbare Theorie darf anderen bewährten Theorien aus diesem Bereich nicht widersprechen. Darwins Theorie ist deshalb gut abgesichert, weil sie mit Befunden aus der Physik, Paläontologie, Geologie und Chemie übereinstimmt. Wäre umgekehrt gesagt die Evolutionstheorie falsch müssten auch viele Kapitel anderer Forschungsbereiche neu geschrieben werden.

3. Vorhersagbarkeit: Vorhersagen müssen möglich sein
Im Jahr 1681 wurde der Planet Uranus entdeckt. Was den Astronomen Rätsel aufgab, war, dass seine Umlaufbahn Abweichungen von der von Isaac Newton durchgeführten Berechnungen aufwies. Noch vor 1720 war klar, dass ein weiterer, bisher noch unbekannter Planet diese Abweichungen verursachte. Tatsächlich wurde im Jahr 1846 der Planet Neptun genau am theoretisch vorhergesagten Ort mittels Teleskop entdeckt. Isaac Newtons Berechnungen hatten es ermöglicht den Planeten gleichsam « vorherzusagen ».

Problematisch ist die Forderung nach Vorhersagbarkeit in so genannten "weichen" Wissenschaften, wie z.B: Geschichte oder Politologie. Schon Wirtschaftsprognosen und erst recht die Vorhersagen von Wahlergebnissen sind oft nur schwer durchzuführen, da zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen sind, die in komplexen Beziehungen zueinander stehen und nur statistisch erfasst werden können.

4. Überprüfbarkeit: Intersubjektive Überprüfbarkeit muss gegeben sein:
"Intersubjektiv überprüfbar" bedeutet: Im Prinzip muss JEDER Mensch die Behauptung, das Experiment, den entsprechenden Befund nachprüfen können.
Dies ist wohl die wichtigste Forderung, die man an eine gute Theorie stellen muss. Das Prinzip der intersubjektiven Überprüfbarkeit ist DAS entscheidende Kriterium, um zwischen wis-senschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Behauptungen oder Behauptungen, die nicht auf empirische Beweise, sondern auf « reinem Glauben » beruhen zu unterscheiden.
«Pseudowissenschaftlich » sind solche Behauptungen, die entweder gar nicht empirisch belegt werden konnten oder wo die Befunde bislang zu keinen eindeutigen Ergebnissen geführt haben. Meist soll der Anschein einer wissenschaftlichen Fundierung erweckt werden, bei skeptischer Prüfung der Sachverhalte gelangt man entweder zu gar keinen Ergebnissen oder die Befunde sind nicht ausreichend, um die Behauptungen zu stützen.
Beispiele für solche Fragestellungen :
Gibt es « Energetisch angereichertes Wasser » wie oft behaupter wird ? Ist dieses wirklich gesunder als ganz normales, reines Leitungswasser ?
Ist Impfen gefährlich und nur eine Geschäftemacherei der großen Pharmakonzerne ?
Gibt es UFOS ? Gibt es Geister ?
Gibt es die so genante Chi-Energie, die laut chinesischer Medizin durch unseren Körper fließen soll ?
Wie genau wirken Homöopathische Arzneimittel und Akupunktur ?
Können Gebete andere Menschen heilen ?
Gibt es Menschen, die Übersinnliche Wahrnehmungen haben, oder die wahrsagen können ?
Für die meisten dieser Fragen stehen die empirischen Beweise noch aus. einige kann man zumindest als « harmlos » einstufen. Problematisch wird es erst, wenn jemand dogmatisch z.B. alternativmedizinische Behandlungen als einzig wahre Heilmethode hinstellt und z.B. deswegen eine dringend notwendige, « schulmedizinische » Krebstherapie abgebrochen wird. Wichtig ist hier, einen « gesunden Skeptizismus » zu vertreten, spekulative Behauptungen zwar nicht gleich auf die Seite zu schieben, aber auf jeden Fall kritisch zu hinterfragen.

5. Einfachheit:
Eine einfache Forderung : Eine gute Theorie soll so wenig Elemente wie möglich enthalten Dies nennt man auch "Ockhams Rasiermesser", weil diese Forderung auf den mittelalterli-chen Mönch und Philosophen Wilhelm von Ockham zurückgeht.
Ein Beispiel aus dem Alltag : Ein Erwachsener tritt ins Wohnzimmer und sieht sein Kind vor den Scherben einer zerbrochenen Vase stehen. Was wird wohl passiert sein ? Das Prinzip von Ockhams Rasiermesser besagt in diesem Fall, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass die EINFACHSTE Erklärung die richtige ist, nämlich dass das Kind die Vase zerbrochen hat.
Zusammengefasst : Der Theoriekern sollte möglichst klein sein.
Beispielsweise vertreten manche Gruppen die Theorie, dass das Weltraumprogramm der NASA, dass z.B. die Mondlandung 1969 nicht stattgefunden hat. Um Theorie zu halten, muss sie immer weiter ausgebaut werden, immer mehr Fakten müssen « umgedeutet » werden und oft landet man damit bei so genannten "Verschwörungstheorien".

6. Fruchtbarkeit: Die Theorie soll möglichst viele Phänomene beschreiben
Der Theoriekern soll möglichst klein, der Anwendungsbereich groß sein. Wenn man sich den Theoriekern als kleinen Kreis und den Anwendungsbereich als größeren, darunter liegenden Kreis vorstellt, so erhält man die Figur eines abgeschnittenen Kegels oder « Lampenschirms ».
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So wie dieser Lampenschirm sollte eine gute Theorie aussehen.
Ein sozusagen « umgekehrter Lampenschirm » war im antiken Griechenland die "Theorie" über die Sonnenbewegung: Die Griechen meinten, die Sonne sei ein Wagen, der von Gott Helios übers Firmament gelenkt wird.: Diese Theorie beschreibt nur ein einziges Phänomen, der Anwendungsbereich ist also extrem gering.
Ein Beispiel für eine gute, wenn man so will, « lampenschirmartige » Theorie ist Newtons Gravitationsgesetz, oder Einsteins Relativitätstheorie « E=mc² »: Beide sind sehr einfache Theorien die aber extrem viele Phänomene erklären.

7. Kritisierbarkeit: Die Theorie muss zumindest theoretisch widerlegbar sein
Von einer guten Theore wird gefordert : Es muss einen Punkt geben, an dem die Theorie nicht mehr funktioniert. Es muss auch Phänomene geben, die sie NICHT vorhersagt.
Ein Beispiel für eine – in diesem Sinne –schlechte Theorie ist die Wetterregel :
« Kräht der Hahn auf dem Mist
ändert sich’s Wetter oder es bleibt wie es ist. »
Diese Theorie sagt also etwas voraus, sagt aber auch ihr Gegenteil voraus ; Man könnte auch sagen, der Anwendungsbereich ist unendlich groß.
Ein Beispiel : Freuds Theorie vom Unterbewussten: Wenn nach dieser Theorie ein Mensch über traumatische Kindheitserlebnisse berichtet lässt dies einen Schluss zu auf vorhandene, versteckte Neurosen. Wenn aber derselbe Mensch das vorhandensein unangenehmer Erleb-nisse aber leugnet, ist dies – und gerade dies ! - ebenfalls ein Hinweis auf latente Neurosen, da das Leugnen als "Widerstand" und "Abwehrreaktion" der Psyche verstanden wird

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Kapitel 9 - Wissenschaftstheorie Teil 1: Grundfragen der Wissenschaftstheorie

16.04.09, 20:39:52 von philosophie
Wissenschaftstheorie beschäftigt sich mit folgenden Grundfragen:
Was ist und wie funktioniert Wissenschaft?
Wie steht es um die Gültigkeit von Naturgesetzen?
Wie entwickelt man gute wissenschaftliche Theorien ?
Wie kann man wissenschaftliche von pseudowissenschaftlichen Behauptungen unterschei-den ?

Grundbegriffe
• Was ist zunächst Wissenschaft ? Wissenschaft ist ein widerspruchsfreier Ableitungs-, Beschreibungs- und Begründungszusammenhang von bestätigungsfähigen, empirisch fundierten Aussagen. Wichtig ist dabei zu betonen, dass Wissenschaft nicht eine Lehre im strengen Sinn ist, sondern vielmehr eine Methode oder eine Vorgangsweise. Die Wis-senschaft macht immer eine Reihe von Annahmen darüber, wie die Welt funktioniert und was sie – um mit Goethes Faust zu sprechen « im Innsersten Zusammenhält ». Diese An-nahmen lesen wir aber nicht sozusagen im « großen Buch der Wahrheit », sondern sie werden wie ein Puzzlespiel Stück für Stück oft in mühevoller Kleinarbeit zusammenge-tragen, wobei Wissenschaft immer offen gegenüber Kritik bleiben muss.
• Der Begriff « empirisch » : empirisch abgesichert sind Behauptungen, die sich durch die Erfahrung belegen lassen.
• Wichtig sind auch die Begriffe Beobachtung und Beschreibung: Die Wissenschafter wollen gar nicht in erster Linie wissen, WARUM etwas geschieht (wie man vermuten könnte). In erster Linie wird ein Wissenschafter zunächst nur wissen wollen WIE etwas geschieht. Genaue Beochtung und Beschreibung der zu untersuchenden Phänomene ist deshalb grundlegend für jede wissenschaftliche Forschung. So verwendete der berühmte Biologe Charles Darwin (1809-1882) nach einer langen Forschungsreise, die ihn bis zu den Galapagos-Inseln führte, Jahre seines Lebens, rund um seinen Landsitz in Down House, England Pflanzen und Tiere zu studieren, wobei er alle Beobachtungen penibel genau dokumentierte und beschrieb. Erst nach diesen Forschungen formulierte er seine berühmte Theorie von der Entstehung der Arten.
• Hypothese : Eine Hypothese ist eine vorläufige, noch nicht ausreichend bestätigte An-nahme über bestimmte Zusammenhänge in der Natur. So machte Darwin die Annahme, dass z.B. Kletterpflanzen wie z.B. Hopfen einen bestimmten Botenstoff verwenden, um in die Höhe wachsen. Erst später konnte er diesen Stoff identifizieren, das Wachstums-hormon Auxin. Dieses war eines der ersten Hormone, die überhaupt erforscht wurden.
• Theorie : Dies ist eine durch ausreichtende Beobachtung und Experimente bereits abge-sichterte Hypothese. Darwin veröffentlichte seine Theorie der Entstehung der Arten im Jahr 1859, nachdem er schon mehr als 20 Jahre lang an ihr sozusagen « gebastelt » hatte. Erst als ihm die Belege für seine Theorie ausreichend erschienen wagte er den Schritt, diese damals « skandalöse » Theorie der wissenschaftlichen Welt vorzulegen.
• Experiment : In einem Experiment bildet man - allgemein gesprochen - die Wirklichkeit in vereinfachter Weise nach und versucht mithilfe von Versuchs- und Kontrollgruppen die Faktoren herauszufinden und zu isolieren, die ein Phänomen verursachen. So experi-mentierte Darwin beispielsweise jahrelang mit verschiedenen Blütenpflanzen, um heraus-zufinden, wie ihre Fortpflanzung mittels Insektenbestäubung funktioniert.
• Paradigma : Ein Paradigma ist eine « Meta-Theorie », also eine « Über-Theorie » oder « Groß-Theorie », die ihrerseits zahlreichte Theorien, die derzeit als gültig erachtet wer-den, beinhaltet. Vor Darwin waren die Menschen überzeugt, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat, seit Darwin wurde dieses Paradigma stark in Zweifel gezogen.
Deduktion und Induktion

Zwei weitere wichtige Begriffe sind Deduktion und Induktion.

Deduktion
Dies ist ein Schluss vom Allgemeinen auf das Einzelne
Ein Beispiel: Alle Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Deshalb ist Sokrates sterblich.
Eine Deduktion ist, wenn sie richtig durchgeführt wird, absolut sicherer, ein "logischer" Schluss.
Allenfalls könnte man eine oder beide Prämissen in Zweifel ziehen, nicht aber die Konklu-sion.

Induktion

Die Induktion ist ein Schluss von Einzelnen auf das Allgemeine.
Wir beobachten z.B. mehrere weiße Schwäne und ziehen daraus den Schluss : « Alle Schwä-ne sind weiß ».
Ein Beispiel aus der Wissenschaft : Der Astronom Edwin Hubble hat in den 1930er jahren beobachtet, dass das Farbspektrum verschiedener Galaxien mehr oder weniger stark in den Rotbereich verschoben ist. Aus diesen Einzelbeobachtungen schloss er daraus, dass diese « Rotverschiebung » bei ALLEN diesen Galaxien » auftritt.
Die Rotverschiebung ist übrigens ein Hinweis darauf, dass Universum nicht statisch ist, son-dern sich kontinuierlich ausdehnt.

Induktionsskepsis

Das Problem mit der Induktion ist folgendes :
Da die Induktion von einer endliche, begrenzten Menge auf eine unbegrenzte Menge schließt, kann dieser Schluss niemals vollständig, sozusagen 100% ig sicher sein. Schon das Auftretne eines einzigen schwarzen Schwans oder einer einzigen nicht rotverschobenen Galaxie kann die aufgestellte Theorie umwerfen.

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 9: Humes Religionsphilosophie

16.04.09, 20:18:11 von philosophie
Hume war sicherlich kein guter Christ, aber auch kein richtiger Atheist, er war Agnostiker.
Ein Agnostiker ist ein Mensch, der meint, es sei möglich, dass Gott existiert, auf jeden Fall kann man aber sinnvollerweise nichts über ihn und seine Eigenschaften aussagen.
Hume wandte sich zeitlebens gegen den religiösen Eifer seiner Zeit, seine religionskritischen Hauptwerke waren „Natural History of Religion“ und seine „Dialogues concerning natural religion“. Letztere wagte er aus Angst vor Kritik von christlicher Seite erst nach seinem Tode zu veröffentlichen.

Hume will in seiner Religionsphilosophie zeigen, dass der Anspruch der Religionen, dem Menschen eine Überwelt zu vermitteln, eine reine Illusion ist.

Die Wurzel der Religion ist Furcht und Angst, letztlich die Furcht vor dem Tod. Hume kritisiert auch den in seiner Zeit unter den Aufklärern weit verbreiteten so genannten „Deis-mus“: Der Deismus besagt: Die Glaubenssätze der Offenbarungsreligionen, der einzelnen Konfessionen (katholisch, protestantisch…) spielen eigentlich keine Rolle, dennoch weist die Harmonie, die wunderbare Vielfalt unserer Welt auf eine gütigen Schöpfergott hin. (Dies nennt man auch den Kosmologischen Gottesbeweis).

Jedoch kritisiert Hume diese Analogie:
1. Man schließt hier von der Welt auf Gott, also von der Wirkung auf die Ursache. Wie Hume gezeigt hat, ist aber Kausalität eine Frage der Gewohnheit und nicht der Vernunft. Deshalb ergibt das deistische Argument nur Sinn, vor dem Hintergrund vie-ler derartiger Erfahrungen. Unsere Welt ist aber einzigartig, wir kennen keine andere. Deshalb ist dieser „kosmologische Gottesbeweis“ ungültig.
2. In unserer Welt gibt es Gutes und Böses. Weist das drauf hin, dass auch Gott manch-mal gut und manchmal böse ist?
3. Eigentlich arbeiten bei großen Unternehmungen viele Menschen zusammen (z.B. Schiffsbau etc.), wäre da nicht nahe liegend, dass auch diese Welt von „vielen“ ge-schaffen wurde?

Besonders relevant ist die Frage, warum es angesichts eines gütigen Gottes das Böse gibt: Das Theodizeeproblem
Warum gibt es Leid? Vor allem: Warum gibt es so viel sinnloses Leid, das niemandem nützt, ja den Menschen noch verzweifelter macht? Hätte nicht Gott durch einfachste Vorgän-ge und das auch noch völlig unbemerkt viel Leid verhindern können? Warum ist der Mensch ein derartiges Mängelwesen, dass er gerade so viel von der Natur mitbekommen hat, dass er nicht untergeht? Warum hat Gott uns nicht mehr Ausstattung gegeben, um gegen das Leid, gegen die Sünde, wenn man so will gegen die Versuchung gewappnet zu sein?

Zusammenfassung von Humes Philosophie

1. Hume akzeptiert nur das als Wahrheit, worüber er sichere Sinneserfahrungen hatte.
2. Er lehnt die Notwendigkeit von Naturgesetzen ab. Die Erwartung, dass ein Ereignis zeitlich auf das andere folgt, liegt in unserem Bewusstsein – die Gewohnheit sagt es uns.
3. Hume sagt, nicht die Vernunft bestimmt letztlich was wir tun sollen, sondern unsere Gefühle.
4. Hume war kein Christ, auch kein Atheist, er war Agnostiker. Es mag Gott zwar ge-ben, doch für uns Menschen ist er unerkennbar.

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 8: David Hume, Fragen nach den Prinzipien der Moral

18.03.09, 16:21:35 von philosophie
2.) Fragen nach den Prinzipien der Moral

Die Leugnung von Erkenntnisinhalten, die nicht direkt auf Sinnesdaten zurückzuführen sind, gilt bei Hume übrigens auch für Werturteile.

Hume sagt, nicht die Vernunft bestimmt was wir sagen und tun, sondern unsere Gefühle..
Wenn ich z. B. jemandem helfen will, drängen mich meine Gefühle dazu und nicht meine Vernunft.
Also spielt auch die Frage des Glücks eine Große Rolle in der Ethik. Unser Handeln ist davon geleitet, dass wir Glück erleben und Unglück erleiden. Dennoch denken wir nicht ausschließlich in einem Kosten-Nutzen-Schema. Es gibt „natürliche Empfindungen“, wie die Liebe der Mutter zu ihrem Kind. Davon abgeleitet können wir auch für Menschen, die wir gar nicht kennen, die schon gestorben sind, die noch geboren werden, Zuneigung empfinden.

Abzulehnen ist die Moralvorstellung des Christentums, das nach dem jenseitigen Lohn schielt und gerade nicht den Menschen um seiner selbst willen liebt. Die unerfüllbaren Ideale des Christentums (z.B. „Feindesliebe“) sind wie ein Zwang, der dem Menschen Schuld und eine schlechtes Gewissen aufbürdet, da er diese Ideale nie erreichen kann.

Wirklich revolutionär, zumindest philosophisch gesehen, waren Humes Gedanken zur so genannten

Sein-Sollen-Problematik

Humes revolutionäre These: Aus dem was IST, kann nie gefolgert werden, was sein SOLL!

Wenn viele Menschen die Verkehrregeln verletzen: Heißt das dann, man SOLL die Verkehrsregeln verletzen?
Sokrates meinte, man könne lernen, was Gut und Böse ist. Lernen kann man aber nur Wissen. Was gut und böse ist, ist laut Hume keine Frage des Verstandes und damit keine Wissensfrage, sondern – wie gesagt- letztlich eine Frage der Gefühle. Dabei haben aber auch Gefühle eine gewisse Logik, z.B. sind uns nahe stehende Menschen wertvoll als z.B. unbekannte.
Hume durchbricht hier eine fast zweitausendjährige Tradition und bestreitet, dass Tugend (wie Wissen) erlernbar ist, dass moralische Inhalte wir Tatsachen der Wirklichkeit gewusst werden können.

Wenn nach einer Überschwemmungskatastrophe viele Menschen Hilfe brauchen, entscheiden unsere Gefühle, ob wir eingreifen. Wenn wir gefühllos wären und diese Entscheidung der kalten Vernunft überließen, dann würden wir uns vielleicht überlegen, dass es nur gut ist, dass ein paar Tausend sterben, da wir ohnehin schon unter der Überbevölkerung leiden…
Dass wir trotzdem helfen sollen kann laut Hume nur von unseren Gefühlen kommen.

Hume meint, ob eine Tat gut oder schlecht sei, ist nicht eine Frage der Vernunft.
Wenn ich mich entscheiden müsste, was ich lieber hätte: einen Kratzer am Finger oder dass alle Menschen tot umfallen und ich entscheide mich für letzteres, so sei dies keinesfalls gegen die Vernunft. Dass mir mein Finger so wichtig ist, ist ein Wert, der letzlich nur auf ein Gefühl (dies und jenes ist mir wertvoll) zurückzuführen sein kann. Hume widerspricht damit Generationen von Philosophen, die zu zeigen versuchten, dass gutes Tun in Übereinstimmung mit der Vernunft ist.

Hume sagt außerdem, der Mensch braucht die Gemeinschaft, er ist angewiesen auf Zusammenarbeit; deshalb haben wir die Fähigkeit zur Sympathie, wir wollen auch mit anderen kommunizieren. In der Religion ist die Ethik eine Sache zwischen Mensch und Gott, die Gemeinschaft der Menschen spielt eine untergeordnete Rolle. Auch dies kritisiert Hume.
In Bezug auf die Gefühle des Menschen entwickelte Hume erste Züge einer Psychologischen Lehre, heute würden wir vielleicht sagen „Motivationspsychologie“

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 7: David Hume, Kritik am Kausalitätsprinzip

18.03.09, 16:10:28 von philosophie
David Hume
(1711 – 1776)
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Hume wuchs in der Nähe von Edinburgh in Schottland auf, und sollte eigentlich Jurist werden. Er lebte mitten in der Zeit der Aufklärung und unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa, sogar nach Österreich und in die Steiermark. Sein wichtigstes Werk ist „Ein Traktat über die menschliche Natur“ (1738/39) Hume war einer der wichtigsten Vertreter der Aufklärung und gilt als der „Vater der Modernen Philosophie“ weil er in vielen Bereichen bahnbrechende Gedanken entwickelte, die uns noch heute beschäftigen. Er gilt als moderner Vertreter des Skeptizismus, aber auch der Philosphie des „Common sense“.

Er ist im Wesentlichen drei wichtigen Fragen nachgegangen:
1. Fragen nach der möglichen Erkenntnis
2. Fragen nach den Prinzipien der Moral
3. Was lässt sich aus der menschlichen Perspektive über Gott sagen?

1) Humes Fragen nach der möglichen Erkenntnis

Im Gegensatz zu Descartes meint Hume im Anschluss an Bacon und Locke, dass der Verstand keine Quelle der Erkenntnis sein kann. Nur die Erfahrung lehrt uns etwas über die Welt. Wenn wir in Erfahrung bringen wollen, welches Wetter draußen ist, müssen wir aus dem Fenster sehen, wir können das Wetter nicht aus einem „allerhöchsten“ Prinzip (wie Descartes das nahelegte) ableiten.

Wie gelangen wir zur Erfahrung? Was ist Erfahrung?
- zum einen über Sinneseindrücke (impressions)
- zum anderen über innere Vorstellungen (ideas)

Sinneseindruck = das unmittelbare Empfinden der Außenwelt, hören, riechen tasten schmecken etc.
Innere Vorstellung = Erinnerung an einen solchen Eindruck

Kritik am Kausalitätsprinzip

Hume nahm in erkenntnistheoretischer Hinsicht zunächst einen skeptischen Standpunkt ein. So zweifelte er an allen Erkenntnissen, die nicht unmittelbar mit Sinneserfahrungen belegbar seien.
Besonders betroffen von diesem Zweifel war die Frage nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung (Kausalität).
Wenn ich z.B. beobachte, dass eine Billardkugel die andere anstößt, so dass diese weiterrollt, habe ich eigentlich nur gesehen, wie eine Billardkugel die andere anstößt UND NICHT MEHR. Ich habe NICHT – bildlich gesprochen - den "Klebstoff" gesehen, der Ursache und Wirkung zusammenzuhalten scheint, nämlich die Kausalität selbst.

Dies hat weitreichende Konsequenzen, denn es bedeutet dass ich immer nur Einzeleregnisse beobachten kann und z.B. keine Naturgesetze. Deren allgemeingültiger "naturgesetzlicher Charakter" ist eine höchst hypothetische Konstruktion, die selbst nicht Teil unserer Sinneserfahrungen sein kann. : Dies nennt man auch « Induktionsskepsis »
Die Haltung, Erkenntnis in dieser Form grundsätzlich anzuzweifeln, nennt man wie gesagt "Skeptizismus". Mit Hume hatte der Empirismus nun einen vorläufigen Endpunkt erreicht.
Wenn wir keine Naturgesetze beobachten können, wie wissen wir dann über die Zusammenhänge in der Natur bescheid ?
Humes Antwort : « Die Gewohnheit“
Ein kleines Kind würde sich vielleicht nicht darüber wundern, wenn beide Kugeln beim Billard ruhig liegen bleiben – es ist ohne Erwartungen. Es hat weniger Vorurteile, es hat keinerlei vorgefasste Meinungen. Ein Kind empfindet die Welt so wie sie ist – das ist die wichtigste Tugend der Philosophie.
Unsere Erwartungen könnten uns zu übereilten Schlüssen verlocken, könnten uns dazu bringen Vorurteile zu haben.

Die eigentliche Wurzel der Kausalität ist die Gewohnheit! Sie sagt uns z.B., dass auf den Blitz der Donner folgt. Das Gebiet der Gewohnheit ist aber eigentlich die Psychologie. Auch hier nahm Hume bereits Gedanken der modernen Psychologie vorweg (z.B. die Wahrnehmungstheorie und die Konditionierung)

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 6: John Locke

18.03.09, 15:58:46 von philosophie
John Locke
(1632-1704)
Erfahrung ist der Ursprung der Erkenntnis
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Lockes Gedanken zum Empirismus waren prägend für die modernen Naturwissenschaften. Seine politischen Schriften beeinflussten die amerikanische und die französische Revolution und wirken bis heute nach.
In seinem erkenntnistheoretischen Hauptwerk "An Essay concerning human understanding" postulierte Locke:
"Alle Erkenntnis stammt aus der Erfahrung".
Dies nennt man auch Erfahrung "a posteriori" ("was nachher kommt").

Locke lehnte damit die Position der Rationalisten wie z.B. Descartes ab, die meinten, es müsse zuerst der Verstand tätig werden, bevor man Sinneserfahrungen machen könne.

Locke vergleicht also die menschliche Seele mit einer Tabula rasa, mit einer leeren Tafel, die erst durch die sinnliche Wahrnehmung, durch die Erfahrung beschrieben wird.
Erst später setzen unsere Empfindungen ein, wir riechen, schmecken, fühlen, hören. So entstehen einfache Sinnesideen. Durch Nachdenken, Überlegen entstehen dann die Reflexionsideen, d.h. unser Bewusstsein ordnet und bearbeitet alle hereinströmenden Sinneseindrücke.
Nach und nach füllt sie sich mit Sinneseindrücken. Erst in einem zweiten Schritt ist der Mensch dann fähig seinen Verstand zu benützen, und kann sich auch z.B. Dinge vorstellen, die in der Erfahrung gar nicht vorkommen. (So kann man aus den Erfahrungsinhalten "Pferd" und "Flügel" zumindest in der Vorstellung ein "geflügeltes Pferd" bilden).

Die Erfahrung hat zwei Quellen:

1.Die äußere Sinneswahrnehmung – dies nennt er sensation!
a.) die primären Qualitäten – die äußeren Dinge, wie Ausdehnung, Gestalt,
Dichte, Zahl etc. also Dinge, über die sich alle einig sind
– eine runde Orange kann nicht rechteckig sein
b.) und die sekundären, subjektiven Qualitäten, wie Farbe, Geruch,
Geschmack – sie können von Mensch zu Mensch variieren
- einer empfindet eine Orange als süß, ein anderer als sauer

2. Die innere Selbstwahrnehmung – dies nennt er reflection.
Duch Nachdenken, Überlegen entstehen Reflexionsideen, d.h. unser Bewusstsein verarbeitet alle hereinströmenden Sinneseindrücke

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 5: Francis Bacon

18.03.09, 15:44:31 von philosophie
Empirismus
Die dem Rationalismus entgegengesetzte Denkströmung war der Empirismus.
"Empirie" bedeutet Erfahrung; Der Empirist ist der Überzeugung: Wissen können wir nur etwas, wenn uns unsere Sinne darüber Auskunft geben.

Francis Bacon (1561-1626)
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Einer der ersten Empiristen war der englische Jurist und Staatsmann. Francis Bacon, der es als Philosoph weit brachte, immerhin stieg er bis zum Rang des englischen Lordkanzlers auf.
Bacon beschäftigte sich mit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Er meinte, die Erkenntnis des Menschen sei wie ein "unebener Spiegel": Wir können mit unseren Sinnen die Welt erkennen, dennoch können wir dabei nie völlig objektiv sein. Wir sollen – so fordert er – sein wie die Kinder, unvoreingenommen, vorurteilslos und noch ohne vorgefertigten Theorien in unserem Kopf. In seinem Werk "Novum Organon" (benannt nach dem Buch "Organon" des Aristoteles) forderte eine neue Art der Erkenntnisgewinnung, wobei man immer vom Einzelnen auf das Allgemeine schließt und somit zu allgemein gültigen Aussagen, zu Naturgesetzen gelangt. (Dies nennt man auch "Induktionsschluss")
Bacon gilt als einer der geistigen Wegbereiter der modernen Naturwissenschaften.
Er prägte auch den berühmten Satz "Wissen ist Macht". Als einer der ersten erkannte er jedoch auch das Problem des Empirismus, dass wir die Welt nie ganz unvoreingenommen betrachten können, wir bringen unseren meschlichen Erkenntnisapparat immer schon mit, wie später Immanuel Kant behaupten sollte.

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Kapitel 8 - Philosophie der Neuzeit, Teil 4: Gottfried Wilhelm Leibniz

18.03.09, 15:34:09 von philosophie
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1714)
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Leibniz war ein Wunderkind, ein « Mozart der Mathematik », Historiker, Geologie, Ökonom, Diplomat, Philosoph und wie gesagt Mathematiker. Als letzterer erfand er gleichzeitig mit Isaac Newton zum Beispiel die Integral- und Differenzialrechnung. Leibniz gilt als letzter Universalgelehrter und als wichtigster Philosoph seines Zeitalters.
In philosophischer Hinsicht wurde Leibniz berühmt für seine so genannte "Monadenlehre". Monaden sind kleinste Bausteine, aus denen alles besteht: Sie sind "spirituelle" unzerlegbare, ewige und einzigartige Atome. Sie sind u.a. für die Wechselwirkung von Geist und Materie verantwortlich, ein Problem das bei Descartes ungelöst geblieben war.
Ebenfalls von großer Wirkung war seine Antwort auf das Problem der Theodizee, der Frage, wie man einen gütigen Gott rechtfertigen kann angesichts des Bösen und der Übel auf der Welt. Leibniz' Antwort ist im wesentlichen die, dass, wenn Gott gut ist, auch seine Schopfung prinzipell gut ist. Alle natürlichen Übel (Krankheit, Schmerzen, Naturkatastrophen...) haben ihre Ursache in der Endlichkeit der Welt. Dennoch sei unsere die "bestmögliche aller Welten". Die moralischen Übel (Lüge, Diebstahl, Mord...) seien ein notwendiger Begleiteffekt der Willensfreiheit des Menschen. Ohne Willensfreiheit aber sei die Welt unvollkommener als mit Willensfreiheit. Insgesamt seien die Übel – verglichen mit dem, was es Gutes gibt, ein « Fast-Nichts ». Kritisiert wurde Leibniz beipielsweise vom Aufklärungsphilosophen Voltaire in dessen bissig-satirischen Buch « Candide ». Wenn auf dieser Welt ohnehin alles zum Besten steht, wenn es eigentlich fast keine Übel gibt, fragt Voltaire, warum brauchen wir dann eigentlich einen Erlöser, wie das Christentum meint ?

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